Nach einer unbequemen Nacht – heute hat sich der mittlere Teil der Matratze verabschiedet – sind wir um 10:00 Uhr Richtung Liverpool gestartet. Wir stellten Herr Müller in ein Parkhaus und machten uns auf in die Innenstadt. Wir fühlten uns beide sofort wohl. Eine freundliche, helle Stadt mit einem Mix aus modernen und sehr prunkvollen alten Gebäuden. Wir besuchten u.a. den riesigen Fanshop des FC Liverpool. Bei strahlendem Sonnenschein aßen wir im Shakespear Pub zu Mittag. Dort hat mir Nathalie mitgeteilt, dass der Anstoß des heutigen Finalsspiels bereits um 15:00 Uhr sei und nicht, wie von mir angenommen, am Abend – ich bekam innerlichen Stress.



Also hieß es für uns gegen 14:00 Uhr: Aufsitzen und losreiten.
In Manchester gabs stadteinwärts mal nichts als Stau. Endlich, in einer zwielichtigen Garage angekommen, versuchten wir eine Lokalität, die das Fussballmatch überträgt, zu finden. Bei der Flaniermeile angekommen, vielen uns sofort die langen Menschenschlangen vor den überfüllten Pubs auf. Die jeweiligen Türsteher regelten den Andrang. Nach dem vierten Pub, gab ich die Hoffnung, das Spiel in Manchester zu sehen, auf. Wir schlenderten noch durch das Viertel, das uns an die Upper East Side aus Gossip Girl erinnerte. Wir kamen uns ziemlich underdressed vor – vorallem Nathalie mit ihrer Flatterhose und den roten Badeschlapfen.


Kurz vor dem Einsteigen ins Auto, meinte Nathalie, bezugnehmend auf Fussballschauen in Manchester: “Ich willl ja nichts sagen, aber ich habs dir ja gesagt”. Sie durfte mitfahren.
Nach dem enttäuschenden Zwischenstopp, gings weiter Richtung Süden. Danke für die Teilnahme an der Umfrage. Wie der rosarote Panther immer sagte: “Heute ist nicht aller Tage, Schottland sieht uns wieder, keine Frage”

Wir suchten uns einen Platz für die Nacht in der Nähe der Diddly Squat Farm. Besitzer dieser Farm ist Jeremy Clarkson, Moderator der bekannten, britischen Motorsport Serie Top Gear (zur Abwechslung mal nicht Outlander 🙂 )
Da in England ja prinzipiell Wildcampen verboten ist, mussten wir uns nach Alternativen umsehen. Daher wurden wir, auf die Traktorensymbole in der Camping-App, aufmerksam. Dabei handelt es sich um Farmen, Pub/Restaurants oder ähnliches, welche Parken über Nacht genehmigen, wenn man dort etwas konsumiert.
Die erste Möglichkeit, bei der man am Parkplatz schlafen konnte war The Duck on the Pond. Wir setzten uns also auf die schöne Holzterrasse und bestellten uns sehr feine und sogleich teure Speisen. Das gebratene Hühnchen um 24 Pfund war exquisit.


Jedoch “fühlten” wir den Parkplatz nicht um darauf zu übernachten. Also gings weiter zum acht Minuten entfernten The Gate Hangs High. Dort angekommen wussten wir, dass wir hier die Nacht verbringen werden. Der sehr freundliche Gastgeber zeigte uns alles und wir bestellten gleich etwas zu trinken. Als ich nach dem Tarif fürs Übenachten fragte, meinte er: “No, not for the Car Park”. Also übernachten wir hier kostenlos mit allen Annehmlichkeiten eines Campingplatzes.
Jetzt sitzen wir im Biergarten, schlürfen Gin and Tonic und klopfen für euch in die Tasten. Die Matratze wurde heute genauestens untersucht. Kein Loch zu finden. Wir hoffen, dass nur das Ventil nicht ganz geschlossen war…
Morgen gehts dann auf einen kurzen Abstecher zur Diddly Farm und dann weiter an die Südküste nach Portsmouth ins Royal Navy Submarine Museum.
Zurückgelegte Strecke: 273 km

gne

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